Untersuchungsermittlung von luftfremden Stoffen in der Grundschule Horstring

Am 24./25. Juli 2003 wurde in einigen Schulsälen noch einmal der PCB-Wert gemessen. Die Ergebnisse werden wir Ihnen auch an dieser Stelle in etwa einem Monat bekannt geben. Die Säle wurden am Donnerstag ordnungsgemäß gelüftet, die Geräte aufgestellt und dann alles verschlossen und versiegelt. Am Freitag um 8.00 Uhr wurden dann die Geräte eingeschaltet und kurz nach 15.00 Uhr ausgeschaltet und abgebaut. Dabei waren neben dem Ingenieur vom TÜV Kaiserslautern auch der Personalrat (Frau Roth), der Elternbeirat (Herr Leicht) und die Schulleitung (Herr Rothhaas) anwesend, um sich von einem ordnungsgemäßen Verfahren zu überzeugen. Es gab keinerlei Beanstandungen, die Siegel waren immer unversehrt und kein Gerät ist während der Messung ausgefallen.
Einige Bilder, die während der Messung entstanden sind.

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Ergebnisprotokoll des TÜV Kaiserslautern:

PCB-Messung

Anliegend überlassen wir Ihnen in Fotokopie den technischen Bericht des TÜV Pfalz vom 19.08.2003 über die PCB-Untersuchungen in der Grundschule Horstring zur Kenntnis.
Das Gutachten kommt zu folgendem Ergebnis:
"Die Messungen wurden bei einer Außentemperatur von 29 Grad durchgeführt, also unter den ungünstigsten Messbedingungen und stellen somit eine Maximalabschätzung dar. Unter diesen Messbedingungen war der Vorsorgewert von 300 ng/m3 für die PCB bei allen Raumluftuntersuchungen eingehalten. Man kann also davon ausgehen, dass dieser Wert ganzjährlich eingehalten ist. Da die ermittelten Raumluftkonzentrationen um den Vorsorgewert liegen, sollten die Räumlichkeiten aus Vorsorgegründen öfter gelüftet werden."
Aufgrund der Ergebnisse des TÜV Pfalz bestehen unsererseits keine Handlungsnotwendigkeiten.
Landau in der Pfalz, 22. August 2003
Amt für Schule, Kultur und Sport
TECHNISCHER BERICHT DES TÜV PFALZ
über Untersuchungen zur Ermittlung von luftfremden Stoffen der Grundschule Horstring in Landau durchgeführt im Auftrag der Stadtverwaltung Landau in der Pfalz durch die TÜV Pfalz Anlagen und Betriebstechnik GmbH Kaiserslautern
Fachabteilung Umweltschutz
Bearbeiter: Jürgen Kupper
Kaiserslautern, 19. August 2003
1. AUFTRAGSINHALT
Die TÜV Pfalz Anlagen und Betriebstechnik GmbH, Kaiserslautern, wurde am 04.06.2003 durch die Stadtverwaltung Landau in der Pfalz, Amt für Schule, Kultur und Sport, Herrn Hastrich, schriftlich beauftragt, in der Grundschule Horstring in Landau, Raumluftuntersuchungen auf luftfremde Stoffe (PCB) durchzuführen.
Laut unserem Angebot vom 22.05.2003 wurde dabei folgendes Untersuchungsprogramm festgelegt.
Messstelle Komponente
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Die Raumluftuntersuchungen wurden am 25.07.2003 durchgeführt.
Um Manipulationen an den zu untersuchenden Räumlichkeiten zu vermeiden, wurden die Räume am 24.07.2003 nach VDI-Vorgaben für ca. 30 min. durch Herrn Kupper von der TÜV Pfalz Anlagen und Betriebstechnik GmbH und im Beisein von Herrn Rothhaas (Schulleiter) gelüftet und danach verschlossen und mit Siegeln gegen Zutritt gesichert.
Vor der Ausführung der Messungen am 25.03.2003 wurden die Siegel begutachtet. Alle Siegel waren unversehrt. Während der Messungen wurden die Räumlichkeiten in gleicher Weise verschlossen und versiegelt, so dass Manipulationen während der Messungen auch ausgeschlossen waren.

2 DURCHFÜHRUNG DER RAUMLUFTMESSUNGEN
Die Probenahmen wurden in einer Höhe von ca. 150 cm durchgeführt. Die Probenahmen erfolgten mit Gasprobenehmern der Firma Desaga, bestehend aus einer Pumpe mit integrierter Gasuhr, Modell GS 312.
Die Türen und Fenster des zu beprobenden Raumes waren während den Messungen geschlossen.
Die Durchführung der Untersuchungen erfolgte nach der VDI 4300, Blatt I ("Messen von Innenraumluftverunreinigungen") und den mitgeltenden Mess-/Analyseverfahren nach den einschlägigen VDI bzw. NIOSH-Vorschriften.
Die Probenahmen erfolgten am 25.07.2003.
2.1 Raumluftuntersuchungen auf polychlorierte Biphenyle
2.1.1 Probenahme
Das Probenahmesystem besteht aus einem Florisilröhrchen, einer Pumpe und einer Gasuhr, siehe untenstehende Skizze.
An dem Florisilröhrchen wurde polychlorierte Biphenyle während der Probenahme zurückgehalten und im Labor zur weiteren Analyse desorbiert.
Probenahmedauer: ca. 6 bis 7 h
Ansauggeschwindigkeit: ca. I 1/min
2.1.2 Analytik
Die Absorptionsmasse wurde bei Raumtemperatur mit org. Lösungsmitteln (Hexan) eluiert. Das Eluat wurde zur quantitativen Bestimmung der PCB auf einen Gaschromatographen mit ECD-Detektor gegeben.
2.1.3 Chemie der Polychlorierte Birhenyle
Polychlorierte Biphenyle (PCB) ist die Sammelbezeichnung für 209 verschiedene Isomere und homologe Verbindungen.
PCB's sind nicht brennbare Öle hoher Dichte, die hauptsächlich als Kühlmittel und lsolationsmedien in Transformatoren und Isolatoren sowie als Hydraulikflüssigkeiten beim Bergbau eingesetzt wurden, wo besonders ihre Nichtbrennbarkeit geschätzt wurde. Daneben dienten sie im Baubereich als Weichmacher in Dichtungsmassen und Farben sowie als Schmier-, Imprägnier- und Flammschutzmittel.
Für Säugetiere sind PCB's gering akut toxisch, bei höheren Konzentrationen kann es jedoch zu Leber- und Blutkränkheiten kommen. Da PCB's bioakkumuliert werden, sollte dieses Gefahrenpotential berücksichtigt werden.
Zur Analyse wurden die Proben mit n-Hexan extrahiert und der PCB-Gehalt nach DIN 51527 gaschromatographisch bestimmt.
Zur Beurteilung des PCB-Gehaltes werden nach DIN 51527 aus der Gesamtheit der 209 möglichen Verbindungen die sogenannten Ballschmitter-PCB's Nr. 28, 52, 101, 138, 153 und 180 herangezogen. Es handelt sich um folgende Verbindungen (in Klammern der Nummerncode nach Ballschmitter):
1,4,4'-Trichlorbiphenyl (PCB Nr. 28)
2,2',5,5'-Tetrachlorbiphenyl (PCB Nr. 52)
2,2',4,5,5'-Pentachlorbiphenyl (PCB Nr. 101)
2,2 '3,4,4 ',5'-Hexachlorbiphenyl (PCB Nr. 138)
2,2',4,4',5,5'-Hexachlorbiphenyl (PCB Nr. 153)
2,2'3,4,4',5,5'-Heptachlorbiphenyl (PCB Nr. 180)
Diese PCB-Kongenere gelten als Indikatoren für die Verteilungsmuster der in der Umwelt vorkommenden PCB. Ihre Auswahl erfolgte einerseits nach dem Vorkommen in den am meisten verwendeten PCB-Produkten sowie nach der ausreichend zuverlässigen Analysierbarkeit.
Nach einer Vorgabe der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) errechnet sich die Gesamtkonzentration der polychlorierten Biphenyle durch Summierung der Gehalte der o. g. sechs PCB-Kongenere und Multiplikation mit dem Faktor 5.
Richtwerte des Bundesgesundheitsamtes (nach LAGA-Verfahren): - 300 ng/M3 als Vorsorgewert - 3000 ng/M3 als Interventionswert
3 MESSBEDINGUNGEN
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* bezogen auf 20°C und 1013 mbar
Die Außentemperatur am Messtag lag im Mittel wahrend der Messzeit bei 29 °C.
4 MESSERGEBNISSE
Messung Nr. Ort der Probeentnahme Polychlorierte Biphenyle 1) ng/m3
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Vorsorgewert 300
1) Nach LAGA (siehe Kapitel 4.2) wurden die Einzelwerte addiert und mit 5 multipliziert.
Richtwert des Bundesgesundheitsamtes: 300 ng/m3.
Sanierungsleitwert des Bundesgesundheitsamtes: 3000 ng/m3.
5 DISKUSSION DER MESSERGEBNISSE
Am 25.07.2003 wurden durch die TÜV Pfalz Anlagen und Betriebstechnik GmbH in der Grundschule Horstring in Landau Raumluftuntersuchungen auf polychlorierte Biphenyle (PCB's) durchgeführt.
5.1 Raumluftuntersuchuna auf polychlorierte Biphenyle
Am Tag der Untersuchung konnten dabei PCB-Raumluftkonzentrationen von
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ermittelt werden.
Gesetzliche Grenzwerte für PCB-lnnenraumluftkonzentrationen gibt es zur Zeit nicht. Für eine "worst case"-Betrachtung mit ganztägigem (24 Stunden) Aufenthalt liegt die vom Bundesgesundheitsamt empfohlene Richtkonzentrationen für PCB's in der Raumluft bei 300 ng/m3 (Vorsorgewert).
Diese Konzentration sollte in langfristigen Mittel nicht überschritten werden, wobei man entsprechende Verweilzeiten berücksichtigt, d. h. bei kürzeren Verweilzeiten sind damit höhere Werte tolerierbar.
Als Richtwert für die unverzügliche Einleitung von Sanierungsmaßnahmen im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes wird vom Bundesgesundheitsamt ein Wert von 3000 ng/m3 vorgeschlagen.
Damit war in allen Fällen der Richtwert (Vorsorgewert) des Bundesgesundheitsamtes nicht überschritten.
Anzumerken ist, dass die PCB-Gehalte der Innenraumluft sehr stark von den Außen-/Innentemperaturen abhängen. So werden bei sommerlichen Temperaturen in der Regel höhere PCB-Gehalte gefunden als bei tiefen Temperaturen.
Folgendes Literaturbeispiel soll dieses zeigen
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Quelle: VDI Bericht Nr. 1122, April 1994, S. 503 f.
Die Messungen wurden bei einer Außentemperatur von 29 °C durchgeführt, also unter den ungünstigsten Messbedingungen und stellen somit eine Maximalabschätzung dar. Unter diesen Messbedingungen war der Vorsorgewert von 300 ng/m3 für die PCB bei allen Raumluftuntersuchungen eingehalten. Man kann also davon ausgehen, dass dieser Wert ganzjährlich eingehalten ist. Da die ermittelten Raumluftkonzentrationen um den Vorsorgewert liegen, sollten die Räumlichkeiten aus Vorsorgegründen öfter gelüftet werden.